18. Riesaer Drachenbootfestival

von Nico, 26. August 2012

Dass die frühen Morgenstunden bei uns nur beim Feiern aber nicht beim Arbeiten oder Paddeln beliebt bei uns sind, ist ja schon länger bekannt. Und dennoch schleppten wir uns alle gegen 7:30 Uhr an die Elbwiesen um dort die Pavillons, Biertischgarnituren, Kochstellen, Dekoelemente, Klappstühle, Bierkistenstapel und so weiter und so fort aufzubauen. Kaum waren wir damit fertig ging es auch schon ins Boot zum Qualifikationszeitlauf. Dabei fuhren alle Teams zunächst einmal gegen die Uhr. Die 6 schnellsten Open-Teams wurden daraufhin in die Sport-Kategorie und die 7 anderen Teams in die Fun-Kategorie eingeteilt. Wir hatten das unfassbare Glück (?) uns als sechstes Team für die Sport-Kategorie zu qualifizieren. Damit stand schon am frühen Morgen fest, dass diese Veranstaltung kein Kindergeburtstag werden würde.

Doch erlauben wir uns an dieser Stelle noch einmal einen kurzen Blick zurück. Die Ergebnisse der Zeitläufe sollten 10:00 Uhr am Zielzelt veröffentlicht werden. Da wir ganz am anderen Ende der Elbwiesen unser Lager aufgeschlagen hatten und uns nebenbei noch um den Sieg in der Kategorie „Lustigstes Team“ bemühten, entschieden wir also alle gemeinsam die Ergebnisse des Qualifikationslaufs zu erfragen. Natürlich schlüpften wir dazu in unsere besten Sonntagsausgeh-Superhelden-Kostüme und vermittelten den verblüften Zuschauern bei der anschließenden Parade über die Elbwiesen, dass sie sich völlig sicher fühlen könnten, da wir schließlich die Veranstaltung genau im Auge behalten würden und sich die bösen Jungs aufgrund unserer Präsenz wahrscheinlich gar nicht erst her trauen würden. Am breiten Lächeln der Schaulistigen erkannten wir sofort, dass diese Ankündigung ihre Wirkung nicht verfehlte und alle nun völlig beruhigt den Tag genießen könnten. Der Rennmodus sah nun weiterhin drei Wertungsläufe gegen die jeweils gleichen Teams vor. Obwohl wir mit der langsamsten Zeit in die Sport-Kategorie gerutscht waren, wollten wir es der Sachsenringcrew und dem Anti Stress Team natürlich trotzdem nicht zu leicht machen. Und so kam es dann auch zu drei heftigst umkämpften Rennen, wobei wir einen Sieg und zwei zweite Plätze für uns verbuchen konnten. Nach Regelwerk würden nun die drei Teams mit den höchsten Punkten ins große Finale um Platz 1-3 und die anderen Teams ins kleine Finale um Platz 4-6 einziehen. Die ersten beiden Plätze im großen Finale gingen an zwei Teams mit jeweils acht Punkten aus den Wertungsläufen. Für den dritten Platz im großen Finale gab es neben uns ein weiteres Team mit 7 Punkten. Bei Punktegleichstand entschied in diesem Falle wiederum die Zeit aus dem morgendlichen Qualifikationslauf darüber welches Team in welchem Finale antreten durfte. An dieser Stelle hatten wir einfach mal Pech und rutschten ins kleine Finale. Auch wenn wir uns innerhalb der Sport-Kategorie bis zu diesem Zeitpunkt sehr gut geschlagen hatten, war es doch ein herber Schlag. Wieder einmal waren wir knapp an einer Medaille vorbeigeschrammt. Im anschließenden kleinen Finale erpaddelten wir uns den 5. Platz und damit dennoch die wohl beste Platzierung, die wir in elf Jahren jemals beim Riesaer Drachenbootfestival erreicht hatten.

Wie so oft hatten wir ja aber immer noch ein weiteres Eisen im Feuer. Für das Rennen um den Titel des lustigsten Teams waren wir noch das ein ums andere in kleineren Gruppen über die Elbwiesen geschlendert und hatten wo es nur ging Werbung für uns gemacht. Mit Freude stellten wir fest, wie viele Aktive und Besucher den einen oder anderen Superhelden wieder erkannten. Wir zauberten durch diese Aktion so manches Lächeln und Schmunzeln auf die Gesichter und erhielten auch so manche nicht ganz ernst gemeinte Rettungsanfrage. Besonders Cat-Woman war dabei sehr gefragt. Nach Abschluss des Drachenbootrennens sorgten  unsere Ghostbusters noch für einen zusätzlichen Wettkampf. Dafür recycelten sie einfach den Schleim den Slimer ständig überall hinterließ, indem sie ihn auf eine Plane auf der Elbwiese schütteten. Mit ordentlichem Anlauf schmissen sie sich nun einer nach dem anderen auf die Plane und rutschten bäuchlings durch den Schleim ans andere Ende der Plane. Immer länger wurden die Anläufe und immer wilder die Rutschpartien. Schon längst war die Plane zu kurz geworden und alle rutschten auf dem anschließenden Rasenstück weiter. Am Ende war vor lauter Schleim kein Sieger zu ermitteln, außer natürlich der guten Laune des Teams. Völlig verschleimt ging es anschließend für ein kurzes Bad in die Elbe. Das Wasser war angenehm warm und vor allem sauberer als unsere schleimbedeckten Körper.

Am Abend trafen wir uns alle noch einmal am Kanuheim bevor wir gemeinsam ins Festzelt einmarschierten. Noch einmal hatten wir uns schick herausgeputzt für die erhoffte Siegerehrung. Unter lautem Beifall wurden die Platzierungen aller sportlichen Wettkämpfe bekannt gegeben. Für unseren fünften Platz in der Kategorie Sport-Open durfte Alex auf der Bühne zwei große Säcke mit Riesaer Nudeln entgegen nehmen. Als letzten wurde nun die Siegerehrung für das lustigste Team angekündigt. In klassischer Oscar-Manier hieß es: „Und die nominierten sind: Die schön verrückten Etzdorfer, Das Daisy-Team, Das Org-Team und die Cheertanics!“. Kurz darauf standen wir allesamt auf der Bühne. Als zweitlustigstes Team nach den Cheertanics aber noch vor den Etzdorfern erhielten wir einen riesigen Gutschein über eine 5-stündige Fahrt mit der MS Stadt Riesa. Endlich einmal werden wir die Elbe befahren können ohne dabei selbst den Antrieb zu stellen.

Nun also war der offizielle Teil der Veranstaltung beendet und die Feier konnte beginnen…

Kommentare

  1. War wieder super ! Freu mich schon auf nächstes Jahr und dieses mal auf dem Treppchen. ;)

    Gruß André

  2. Ja, ich fand es auch klasse. Es sind auch wirklich tolle Kostüme dabei rausgekommen.
    Auch die Schleimrutsche nach den Rennen war der absolute Renner.

  3. Ich bin stolz auf das gesamte Team. Bereits um 9:00 Uhr waren fast 15 Fans von uns am Start. Sportlich und künstlerisch ein voller Erfolg, doch leider nicht mal in der Zeitung erwähnt. Von der SZ bin ich ein weiteres Mal sehr enttäuscht. Die sollten sich mal an der DAZ aus Döbeln ein Beispiel nehmen. Hier noch ein schöner Link zum Riesa TV http://www.riesa-tv.de/nachrichten/Drachenbootfestival_Finale_Sport_Open-2215.html
    Einfach nur geil.

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