Die Daisys schnuppern Profi-Luft

von Uli und Gerd, 23. Juni 2007

Dieses Jahr musste es doch endlich klappen (mit dieser Vorbereitung). Nach zwei anstrengenden Trainingslagern, davon ein beschwerliches Höhentrainingslager mit erhöhter Nahrungsmittelaufnahme in flüssiger Form zur Umstellung des Stoffwechsels, ist es uns beim diesjährigen Spitzstein-Cup in Döbeln gelungen zur sächsischen Drachenboot-Elite aufzuschließen und das trotz des unerwarteten Ausfalls eines unserer Schlagmänner bereits vor 7:30 Uhr (eine Klage gegen eine bekannte Fast-Food-Kette diskutieren wir zur Zeit noch mit unseren Anwälten).

Nach der auf den Punkt getimten Ankunft am Wettkampf-Ort in Westewitz an der Mulde begann der Wettkampf um 08.30 Uhr noch bevor der Aufbau der Western-Stadt vorgenommen werden konnte und alle Team-Mitglieder richtig wach waren. Da in der Fun-Kategorie kein Platz mehr für unserer Team war (selber Schuld), versuchten wir es mit der Sächsischen Meisterschaft. An dieser nahmen neben uns die beiden Riesaer Teams, die Spitzstein-Drachen und die Jugend der Spitzstein-Drachen teil. Für ein hochkarätiges Teilnehmerfeld war also gesorgt. Es wurden Ausscheidungsrennen über 200m und ein Zeitrennen über 1000m ausgefahren. Die drei bestplatzierten Teams qualifizierten sich dabei für die Deutsche Meisterschaft. Einige Träumer im Team begannen sich natürlich direkt auszumalen, wie es wäre dort die Konkurrenz aufzumischen.

So genug der einleitenden Worte jetzt mal zu den harten sportlichen Fakten des ersten Rennens über 200m: nach einem guten aber im Vergleich zu den Gegnern etwas schwachen Start (Rückstand etwa eine halbe Bootslänge) legten wir in der Mitte des Rennens stark zu: das Boot lief wie die Wutz. Und endlich kam es trotz des etwas zu früh gebrüllten Kommandos zu einem richtigen Endspurt. Beim Zieleinlauf war es knapp, verdammt knapp. Leider reichte es dank der Videoauswertung nur zum zweiten Platz, aber dies sicherte uns die Teilnahme am Hoffnungslauf (welcher dem zweit- und drittplatzierten Team winkte). Das erleichterte Aufatmen der gegnerischen Teams war eindeutig zu hören und einige von uns konnten ihren Angstschweiß förmlich riechen. Aber am meisten waren wir selber von unserer Leistung überrascht. Wir waren nicht nur irgendwie mitgefahren, sondern wir haben auch mitgehalten.

Nach dieser sportlichen Höchstleistung war es Zeit sich um die wichtigeren Dinge des Lebens, wie Camp-Aufbau und vor allem Frühstück zu kümmern. Dabei zeigt sich, wie eingespielt das ganze Team bei solchen Dingen ist, wenn man daran denkt, wie lange früher manchmal der Aufbau gedauert hat, aber Thomas' ominöses Riesenzelt hatten wir ja auch nicht dabei.

Jetzt hatten wir endlich Zeit das Teamlager-Leben zu genießen. Aufgrund unseres strategisch günstigen Saloon-Standortes flanierten alle anderen Teams an uns vorbei: die Feuerwehr der Fa. Getränke Lemke, die Jahnataler Kartoffelkäfer (durch von uns gestelltes technisches Equipment stimmlich unterstützt, was sie uns mit Strom für unsere heißgeliebte Kaffeemaschine und Kartoffeln und Quark zum Mittag dankten), die Piraten der Pulsitzer Sportfüchse (welche mit dem eigenen Piratenfloss angereist kamen), die Spritzenluder im Hippi-Look und viele andere mehr. Fast jedes Fun-Team hatte sich irgendwie verkleidet. Eine tolle Atmosphäre hat sich so ergeben. Zu erwähnen bleibt noch das angebotene hervorragende Softeis.

Frisch gestärkt ging es mit der bei Drachenbootrennen obligatorischen Verspätung zum Start des Hoffnungslaufes. In unveränderter Bestbesetzung, zu welcher ab diesem Wochenende auch André zu zählen ist, hauten wir noch mal einen raus und ne gute Show, aber es hat wiederholt knapp nicht gereicht.

Mit prall gefüllten Bäuchen gingen es nach dem Feuertopf und den Kartoffeln der Jahnataler Kartoffelkäfer zum 1000m Zeitrennen. Die Devise lautete sich nicht von den 30 Sekunden nach uns starteten RIESENdrachen des SC Riesa überholen zu lassen. Die Paddeltiere des Daisy-Teams konnten dies mit Hilfe einer gut gezogenen Wende nach 500m (der Tony kriegt ein Trullalla) mit einer Bootslänge eindrucksvoll schaffen und so kamen wir zum ersten Mal an diesem Tag als erster durchs Ziel.

Endlich war der anstrengende sportliche Teil des Wochenendes beendet und wir konnten zum interessanteren Teil übergehen: Grillen, Trinken, Grütze labern und bei der anschließenden Siegerfeier ausgelassen feiern. Nach der Stärkung stellte man sich auf einen längeren Fußmarsch zum Festgelände ein, aber glücklicherweise fanden doch alle Daisys in den Autos der Heimschläfer Platz. Und nicht nur die – auch das halbe Team der RIESENdrachen wurde unterwegs aufgesammelt und im Wohnmobil mitgenommen und so staunten die Securities nicht schlecht, als nacheinander sage und schreibe nicht weniger als 19 (!!!) Leute aus selbigem ausstiegen. Schnell wurden die mitgenommenen Getränkevorräte aufgebraucht und dann hieß es "PARTYALARM" ...wir stürmten das Festzelt. Diesmal gab es zwar keinen Pokal oder neue Freunde für Gunther und Gisela, aber gefeiert haben wir wieder wie die Sieger, sind wir ja auch immer irgendwie, oder?! Die Atmosphäre während und nach der Siegerehrung war spitze, weil diesmal fast alle Teams noch da waren, nicht wie sonst, wenn die Hälfte schon wieder zu Hause auf der Couch sitzt. Besonders Mutti war in sehr guter Stimmung an diesem Abend (stimmt's Alex).

Wie heißt es immer so schön: "Wenn es am schönsten ist, soll man gehen". So machten sich nach einem wütenden Tanzgelage im Festzelt kurz nach der ersten Übernachtungs-Gruppe (Sue, René und Rico) - die, wie sich später als seeeehr nützlich erweisen sollte eine Taschenlampe dabei hatten – auch die restlichen Daisys (Anke, Kristin, Thomas, Alex und Uli) auf den laaaaaangen und seeeeeehr dunklen Nach-Hause-Weg. Es war "so finster wie im Bärena...", nicht mal der Mond konnte uns den Weg leuchten. So nahmen wir uns alle bei den Händen, damit wir auch ja keine Verluste erleiden, und tasteten uns mehr oder weniger bis zum Zeltplatz. Nach dem letzten Gute-Nacht-Bier und der schmerzlichen Feststellung, dass die Chips nun in Dresden gelandet sein müssten ('n Guten, Brit & Tony), krabbelten wir in unsere Zelte. Nun endlich wurde auch Anke’s innigster Wunsch erfüllt: der DJ spielt "Ice Ice Baby", nur leider etwa 3 Stunden zu spät, denn die Anke schlummerte schon friedlich neben ihrem "leicht" angeheiterten Alex (ja Erik, auch Mutti kann mal richtig reinleuchten). Ans Träumen war bei Kristin und mir noch nicht zu denken, denn irgendwie hatte Thomas bei der Standortwahl unseres Zeltes genau den Ausgang eines Mäuselochs erwischt, die nun die ganze Nacht versuchte genau unter unserer Zeltplane ins Freie zu krabbeln. Aber irgendwann übermannte auch uns der Schlaf...
Drei Mal dürft ihr raten, wer am Sonntag Morgen als Erster mehr oder weniger topfit und hellwach war.....richtig: Herr F. aus R. an der E. Kurz danach suchten auch Kristin und ich das Weite, denn unser Mäuschen war auch wieder wach geworden. Nach dem ersten Schock "wir haben keine Kaffeemaschine....aaaahhhhh" wollten wir zum Sonntagsfrühstück wenigsten einen frischen Toast. Also wurden kurzerhand der Grill und Thomas zum Toaster umfunktioniert. Der Duft von frischem Toast muss wohl auch die anderen aus ihren Zelten gelockt haben. Auch die restlichen Frischfleischvorräte fielen dem leichten Katerfrühstück und mir zum Opfer und Anke entdeckte, dass sich Bierwurst wunderbar grillen lässt. Binnen kürzester Zeit wurden gefühlte 23 Toastbrote vertilgt (na gut, es waren doch "bloß" 3 ½) und vom Niveau her nahtlos an das vom Vorabend angeknüpft. Während sich die RIESENdrachen wieder zum Training ins Boot schwangen (irgendwie nicht ganz so euphorisch – komisch?!), wurde bei den Daisys das erste Bier des Tages geköpft. Wir ließen uns noch ein wenig die Sonne ins Gesicht scheinen bevor es wieder hieß "jetzt gehen noch mal alle aufs Klo und dann reiten wir los".

Wir danken noch mal allen Vize-Vize-Vize-Vize-Sachsenmeistern und den besten Fans der Welt für dieses lustige und geile Drachenbootwochenende. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt "komm hol dein Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer..."

Uli & Gerd

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