13. Drachenbootfestival

von Nico, 25. August 2007

Am frühen Samstagmorgen, noch vor dem Aufstehen, begann für das Daisy-Team das 13. Riesaer Drachenbootfestival.
Treff war 7.00 am Teamzelt. Die Drohung, "Wer nicht pünktlich ist, fährt nicht mit...!" hat wohl gezogen. Denn es waren alle da - na, fast alle! Großzügig ignorierten wir die bis zu den Kniekehlen reichenden Augenringe und das ein oder andere erzwungene "Guten Morgen"!

Nachdem dann auch der bis zum Rand gefüllte Ducato am Start war konnte der Tag beginnen.
In rasender Geschwindigkeit fanden alle Tische, Bänke, Klapp- und Faltstühle ihren Platz. Stolz präsentierten wir unseren Planwagen und die große Schwester unserer kleinen Kanone! Und natürlich durfte der Kühlschrank, oh Entschuldigung, Bierkühlschrank nicht fehlen. Es wurden wie immer keine Mühen gescheut es uns an nichts mangeln zu lassen.

Nachdem die Tagesvorbereitungen abgeschlossen waren konnten wir uns voll und ganz auf den Pressetermin und den ersten Wertungslauf konzentrieren. Also schnell noch das Gruppenfoto bevor das Wasser die Frisur zerstört.
Mehrfach wurden wir durch die liebenswerte Lautsprecherstimme von der Tribüne auf den straffen Zeitplan aufmerksam gemacht. Ignorieren war völlig unmöglich! Durch zwei vor uns gestartete Wertungsläufe waren wir auch schon mit der "Are you ready, attention, go!" –Stimme vertraut. Wer hätte sich da noch getraut zu widersprechen, geschweige denn das Boot schlecht einfliegen zu lassen…

Und weil ja alle pünktlich waren mussten tatsächlich einige Paddler auf ihren Einsatz warten.
Also begaben sich die ausgewählten 16 wild entschlossenen Paddler plus Steuermann und Trommlerin zum Boardingbereich, auch bekannt als Marshallingbereich! Kurzes Aufwärmen, diesmal kein einarmiges Reißen, und ab ins Boot. Denn wir wussten ja, der Zeitplan musste eingehalten werden. Aber auch eine schlecht verankerte Trommel konnte uns nicht davon abhalten endlich im Startbereich anzukommen. Also flogen wir ein, na und wie kann es möglich sein, dass wir vom Boot aus nicht genau sehen konnten wo die gegnerischen Teams ihre Drachenkopfnase an die gedachte Startlinie stellten. Nach einigen garstig kommentierten Anläufen seitens der Lautsprecherfrau ging es los. Der Startschuss!

Alles verlief planmäßig – 5 Kraftvolle, 10 Schnelle, kurzes Einbrechen, Strecke, Endspurt, Ziel! Und nein, der Endspurt war nicht zu lang! Trotzdem reichte es nicht ganz, Dritter im ersten Rennen. Knapp wie immer! Wilde Spekulationen – die im Keim erstickt wurden, denn es gab kein Foto, dass irgendetwas hätte belegen können. Die Technik, na klar! Wir trugen es mit Würde!

Inzwischen hatten es auch die Letzten geschafft, den Weg zum Zelt zu finden. Wir wissen alle wer sich für die Aufgabe des Tages qualifizierte! Im Folgenden liebevoll "Marti – das Pferd" genannt.
Während des nun folgenden, verdienten Frühstücks wurden Pläne für die weitere Renntaktik geschmiedet und neue Kraft getankt. Die vorher nicht zum Einsatz gekommen Paddler hatten jetzt ihre Chance – und mussten sie nutzen. Denn wir wollten nicht nach zwei Rennen den Rest des Tages mit Warten verbringen.
Also stieg das gestärkte Team wieder ins Boot. Diesmal hieß unser Gegner "Morast U-Boot". Was wohl hinter dem Namen steckt? Wir warteten also ab.

Die Fan-Formation stand bereit. Das Startkommando erklang und das Paddelteam fuhr wie im Verfolgungswahn. Die Fan-Formation gab alles – und es half offensichtlich. Obwohl man ja, wie jeder weiß, nichts davon im Boot hört! Im Nachhinein angebotene Sauerstoffzelte wurden dankend abgelehnt.
Und da war es, das Ziel! Das Boot des Daisy-Teams war durch – als Erstes! Was ein Glück, die Freude kannte keine Grenzen, der Tag war gerettet.
Es folgte eine längere Pause, mit Nahrungsaufnahme – fest und flüssig, Sonne tanken, Ausruhen, mit Kanonen auf Spatzen schießen…

Das dritte Rennen des Tages bescherte uns den Kampf um Platz 4 bis 6 in der Gesamtwertung! Einmalmehr bewiesen wir, dass wir wissen wo unsere Grenzen sind. Rechtzeitig zogen wir die Reißleine, um nicht doch noch in die Sportkategorie aufsteigen zu müssen.
Die letzte Wasserschlacht des Tages stand bevor. Wild entschlossen, zu allem bereit, jetzt schon hocherfreut über die Ergebnisse des Tages, zogen wir los.

Die Angst stand den Gegnern ins Gesicht geschrieben. Wir waren bereit weit mehr als 20% Leistung zu bringen.
Und so kam es, dass wir souverän wie immer an den Start paddelten, grandios einflogen und warteten…
Gespannte Muskeln, Stille, endlose Sekunden, das erlösende Kommando "Are you ready – attention – go"! Das Boot schoss vom Start weg, vorangetrieben durch die Trommel und den Steuermann. Wir kämpften, gaben alles, das Ziel war nah. Am Ende waren die Gegner doch stärker! Egal, wir hatten den verdienten 6. Platz und feierten wie die Gesamtsieger! Immerhin 6. von 15 Fun-Open-Teams. Nicht 12.!

Und so kam es, dass in Windeseile abgebaut wurde und wir uns in Schale warfen. Schließlich stand, erstmalig in diesem Jahr, der Umzug durch die Stadt an.
Getreu unserem Motto "Wilder Westen" entdeckte man überall scharfe Westernladies, böse, bis an die Zähne bewaffnete Ganoven und wilde Indianer.

Schon ging der Umzug los, nur unser Platz in der Reihe blieb etwas länger leer. Es gab kleine Pannen mit der Technik. "Marti – das Pferd" war zu schwach um den schweren Planwagen auf viel zu kleinen Rädern alleine zu ziehen. Also halfen die starken Jungs mit und es ging doch noch los. Wir zogen durch die Stadt, vorbei an Menschenmassen, der Jury, bis zur Erdgas-Arena, das spätere Feierareal! Fazit: Nicht schlecht für das erste Mal…
Pünktlich zur Siegerehrung waren alle wieder da, frisch geduscht und in fast einheitlicher Teambekleidung.
Die gleichen Leute wie immer, nur die Location war eine andere. Kein Festzelt, feste Mauern, knapp 30 Toiletten, keine Dixies, "Teufel Alkohol" allgegenwärtig! Getanzt wurde wie immer auf den Tischen, in gewohnt lauter Manier gefeiert und die Nacht zum Tag gemacht. Nach der "Band ohne Hosen" - auch erstmalig in diesem Jahr dabei, wissen wir was passiert wenn alte Ohrwürmer zu neuen Hits umgedichtet werden. Scheiß doch auf das Niveau - niedergetrampelt für ein paar Stunden durch mehrere tausend Menschen! Im gleichen Atemzug sei der Sieg der Etzdorfer beim Kampf um das originellste Team genannt. "Man muss sich nur Lumpen anziehen, stinken und laut sein." Lassen wir das mal so stehen…

Und weil man ja gehen soll wenn es bekanntlich am schönsten ist, verabschiedeten wir uns mit "Ein Stern, der deinen Namen trägt…"!

Danke für dieses Saisonfinale. Schön wie immer wenn die Daisys am Start sind! Auch wir haben einen eigenen Stern verdient, der unseren Namen trägt! Ach was, mindestens 5 Sterne…!
Ehrfurcht- und Hochachtungsvoll, eure Schwester Brit!

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