Immer an die 8000m denken...

von Nico, 25. Mai 2006

Wie jedes Jahr haben wir uns zu Himmelfahrt in das schöne tschechische Riesengebirge begeben. Und wie jedes Jahr natürlich nicht zum Faulenzen, Bier trinken und dumme Sprüche klopfen. Nein! Zum Trainieren.
Drei Tage voller Entbehrungen standen vor uns als wir am Mittwochabend in Harrachov ankamen. Nie war es nötiger als diesmal, etwas für die Kondition der Truppe zu tun, denn im ersten Wettkampf der Saison stehen harte 8000 m vor uns.

Deshalb fackelten wir Jungs nicht lang und machten uns gleich nach dem Frühstück mit leichter werdendem Gepäck auf, die hohen Berge zu erklimmen. An diesem ersten Trainingstag hielten uns unsere Mädels glücklicherweise den Rücken frei, indem sie auf den kleinen Paul Acht gaben und für unser leibliches Wohl sorgten. Da waren wir also. Acht vor junge Männer allein im Wald. Nach den ersten 8 km und ein oder drei Pils gelangten wir an eine feine Baude. Ein aufziehendes Unwetter erleichterte uns die Entscheidung hier eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Nach dem Regen und dem einem oder anderem Pils brachen wir wieder auf, um ungeahnte Höhen zu erklimmen. Die Natur schickte uns böse Hagelschauer, dichten Nebel, bittere Kälte und eisigen Wind und doch schafften wir es bis hinauf auf 1339 m. Hier waren wir nun nur einen Steinwurf von der Elbquelle entfernt. Und dennoch konnten wir sie nicht entdecken, da wir mitten in einer Wolke steckten. Also machten wir uns an den gefährlichen Abstieg. Während Maik mit bösartigen Zahnschmerzen kämpfte, suchte Schleuderschuh-Jörn nach einem Weg ins Tal. Und tatsächlich nach ein oder vielen Pils erreichten wir unser gutes altes Harrachov.

Am nächsten Morgen nun besprachen wir die Planung für den sonnigen Tag. Zu Steffens Ärger fiel nur allzu oft das böse S-Wort, welches auf körperliche Ertüchtigung schließen lies. Doch es hilft ja nix. In Gedanken an die 8000 m machten wir uns auf zur Fußballwiese. Ein böser Anfall von Arbeitswut hatte uns den guten Matze entrissen und auch Maik musste von der Ersatzbank zuschauen. Mit Julia, Manu, Steffen und Jörn gehörte ich im Spiel gegen Anke, Uli, Alex, René und Oli zu einer schlagkräftig Mannschaft. Packende Zweikämpfe, wilde Dripplings und erstklassige Torschüsse später musste das Spiel jedoch leider abgebrochen werden. Mit Manu, die sich im Duell mit Alex am Knie verletzte, musste unsere beste Torschützin den Platz verlassen. Und auch die wild um jeden Ball kämpfende Julia musste aufgeben, nachdem sie zwei Mal mit dem Fuß umgeknickt war. So geschwächt war an ein weiter spielen einfach nicht zu denken. Dennoch konnten sich die Leistungen aller Spieler sehen lassen. Auch Steffen hatte begriffen "Sport ist cool, mach in der Clique beliebt und kommt bei den Mädels unglaublich gut an!" Weil nun durch den frühen Spielabbruch noch Zeit blieb, ging es für viele von uns noch mal fix auf die Sommerrodelbahn. Am Abend gaben Uli und Julia einen auf ihre Geburtstage aus, wofür sie natürlich auch mit einem alten Videorecorder und einem Paddelgriff großzügig belohnt wurden.

Der Samstag begann sehr verregnet. Oli zog aus, um die Fidschis in Grund und Boden zu handeln. Nachdem sie ihn rausgeschmissen hatten, weil sie seine Kost-ja-nix-Mentalität nicht unterstützen wollten, versuchten Anke, Alex, Paul, René, Jörn und Steffen ihr Glück und gingen zum zweiten Mal auf Wanderschaft. Mitsamt Kinderwagen kämpften sie sich über die Berge in einer ähnlich monströsen Tour wie am Donnerstag. Alle Leute, die sie zwischendurch trafen, trauten ihren Augen nicht als sie den Kinderwagen auf den hohen Bergen sahen. Während sich nun also ein Teil der Truppe in den Bergen abrackerte, erholten wir anderen uns in Harrachov. Während ein paar von uns durch Pfützen sprangen, entdeckten Manu und ich einen Volleyballplatz. Also Notiz fürs nächste Mal: Volleyballplatz entdeckt! (Uli. Ich hoffe, du liest das auch!)

Nach diesen erlebnisreichen Tagen war es nun schon wieder Zeit den Heimweg anzutreten. Irgendwie hatten wir es geschafft zwischen den sportlichen Höhepunkten Zeit für das ein oder andere gute Gambrinus zu finden, so dass nun unsere Vorräte aufgebraucht waren. Es war also alles in allem ein gelungenes Wochenende. Die 8000 m machen uns jetzt jedenfalls keine Angst mehr! Einziger Nachteil an der Geschichte ist wie Alex so schön sagt: "Die Nudeln schmecken jetzt ganz fad, weil kein Knoblauch mehr dran ist!"

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