6x3 Chinesen im Drachenboot werden nass

Im dritten Jahr unserer Drachenbootkarriere hatten wir schon einige Erfahrungen in diesem verrückten Wassersport gesammelt. Dazu gehören vor allem drei Dinge: Drachenboot kommt aus China, Wassersport macht nass und Kostüme fallen auf.
Was liegt also näher als wasserbeständige Chinesenkostüme als Paddeloutfits?

Genau. Gar nichts! Also hieß es erst einmal überlegen wie so ein Chinese eigentlich aussieht… Mhm, so ein chinesischer Bauer hat immer einfache Arbeitskleidung an. Die Arbeitsjacke binden die sich doch dort immer noch mit einfachen Stricken zu, oder? Und dann haben die doch alle diese typischen Hüte auf. Diese flachen, runden Strohhüte, die nur mit einem Strick unter dem Kinn befestigt werden. Das müsste man doch irgendwie hinbekommen.

Also wurden wieder einmal Klamotten besorgt. Hosen und Jacken wurden wieder aus dem gleichen einfachen Material wie die Gänseblümchen-Ganzkörperkostüme besorgt. Ein Bottich und etwas Textilfarbe und schon hatten wir unsere eigene Färberei. Damit gab es nur noch das kleine Problem mit den Chinesenhüten… Fertige kaufen war zu teuer. Aber wie bastelt man die selbst?

Für den Strohhuteffekt kauften wir billig Strandmatten ein. Die einfachen Dinger aus Bast hatten den Vorteil, dass sie nicht teuer waren und der Bast schon gut zusammengebunden war. Nur stabil genug für einen Hut waren die Matten nicht. Also kauften wir noch Bastelkarton ein. Aus dem wurde ein stabiler Untergrund für die Bastmatten gebaut. Nun musste nur noch alles zusammengebastelt werden. Auch hier nahmen wir uns am erfolgreichen China ein Beispiel. Viele Hände machen ja bekanntlich ein schnelles Ende, also traf sich das gesamte Daisy-Team zu einem Bastelnachmittag auf der Nossener Straße. Eine Gruppe war für das anzeichnen der Schnittmuster auf dem Bastelkarton zuständig. Die nächsten Schnitten sie aus. Dann wurde der Karton zu einem Hut zusammengeklebt. Die nächste Gruppe wurde mit Klebepistolen bewaffnet, damit sie die Bastmatten an die Bastelkartonhüte kleben konnten. Nun noch die Ränder ordentlich abschneiden und ein Strick als Hutbefestigung dran und fertig waren die Chinesenhüte. Am Ende glich die Nossener Straße einem Schlachtfeld. Aber siehe da, unsere Verwandlung zu Chinesen war gelungen.

Neben den Kostümen wurde auch noch eine Pagode für unsere Daisy und eine Satellitenschüssel mit chinesischen Schriftzeichen gebastelt. Und unsere trommelnde Uli schlüpfte extra in einen original chinesischen Kimono und steckte sich 2 Essstäbchen vom Chinarestaurant um die Ecke ins Haar.

Während des verregneten Riesaer Hafencups mussten wir nun leider noch feststellen, dass die Färberei nicht ganz so professionell war wie gedacht. Irgendwie bildeten sich unter uns Pfützen mit seltsam blauen und grünen Wasser. Glücklicherweise war so viel Farbe in den Jacken, dass der regenbedingte Farbverlust nicht weiter auffiel. Und die Grünen haben es zum Glück nicht gemerkt.

Kommentare

Hinterlasse als Erster einen Kommentar.

Schreibe einen Kommentar